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Zero Waste zum Grillfest

Was bringt man als veganer Plastik- und Müllvermeider nur zu einem geselligen Grillfest mit lieben Menschen mit? (ich wollte schon ein schlechtes Gewissen schreiben – nein Quatsch keine Moralkeule zum Grillen, vielmehr Modellernen oder Soziales Lernen)

  • selbstgemachte Smoothies in kleinen und größeren Portionen: Hier eine grüne (Sellerie, Apfel, Salat, Paprika, Gurke, Ingwer, Brokkoli) und eine rote (Rote Beete, Apfel, Blumenkohl, Brokkoli, Urkarotten, Karotten, Banane) Variante. Die Gläser können prima gekühlt werden, auch in bereitgestellten Wasserbehältern. Der Schraubverschluss verhindert, dass suizidale Fliegen im Getränk ein letztes Bad nehmen. Und natürlich kann auch direkt aus dem Glas getrunken werden. Am Schluss alles einsammeln, auswaschen – vola der nächste Einsatz kommt bestimmt.
  • Brot im Stoffbeutel (Dazu eine kurze Begebenheit: In der Happy Hour Schlange des Traditions-bio-Bäckers stand ein Mann vor mir, um seine Brotreserven für die gefühlt nächsten 4 Wochen aufzufüllen. Nach eigenen Worten friert er alles ein. „Daher bitte jedes Brotviertel extra einpacken“. Was soll ich sagen? Warum bin ich nicht auf einen Großeinkauf vorbereitet? Noch nicht mal eine Einkaufstasche? Also Unmengen an Biobrot zu kaufen bedeutet noch nicht „bio“ Verhalten an den Tag zu legen. Ich konnte es mir verkneifen. Stattdessen habe ich meinen etwas zu kleinen Beutel mit Nachdruck und Hilfe von der Dame hinter mir zwei riesigen Broten gequetscht. Dazu erklärte ich den Wartenden und Beobachtenden in der Schlange hinter mir, dass ich auf Plastik- und Müllvermeidung achte. Die Frage ist, welches Beispiel war eindrücklicher? Ein Mann mit 15 extra Beuteln oder ich mit meinem Jutezwang? Ich werde das weiter beobachten und mit gutem Beispiel voran gehen. Es gibt ja keine Alternative.)
  • Frischer Tomatenaufstrich im Glas
  • Gemüse für den Grill

Es ist nicht so, dass ich oft zum Grillen gehe. Vor allem nicht an öffentlichen Plätzen. Das letze mal war ich vor ca. 5 Jahren an der wunderschönen Isar. Sie mäandert seit der Renaturierung mitten durch das Herz der Stadt. Im Grunde ist es die Schlagader Münchens. Für mich auf jeden Fall. Damals war ich kurz davor mit einem angetrunkenen Bierdeckel werfenden Individuum eine Grundsatzdiskussion mit der Faust aus zutragen. (Dumm-Dreistigkeit macht mich leider so was von aggressiv.) Seitdem bin ich nicht mehr an der Isar sobald es nach Grillwetter riecht.

Beim Grillen muss kein Müll entstehen. Klingt komisch, ist aber so. Es gab schon ein Leben vor der convenience- Wegwerfgrill-Lebenseinstellung. Alles sofort haben und genau so auch wieder loswerden. Schwups, fallen oder stehen lassen. Wir wissen alle, dass kann sich nicht ewig halten. Vielleicht ist es nur eine Phase?!. Es kann nicht mehr lange dauern, bis diese Unmengen an Müll und der Arbeitsaufwand zur Beseitigung, Früchte tragen. Ich finde es nur urkomisch, dass sich mir-doch-egal-Menschen dann aufregen, wenn die Ratten sich vermehren und ihren Teil vom Kuchen abhaben möchten.

Ich wünsche euch einen Nager freien Abend! ;)

Wie gestaltet ihr eure Ausflüge? Grillen geht auch anders oder?

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Zero Waste Bloggers Network – I’m in!

In dieser Woche wurde ich offiziell in die Gruppe „Zero Waste Bloggers Network“ aufgenommen.  Hier findet ihr die Homepage und hier die FB Gruppe.

Thanks to Inge from www.gruenish.com!

Dadurch werden sich die Ideen und der Austauch hoffentlich noch verstärken und gegenseitig bereichern. Es gibt eine Verortung der ZWBlogger weltweit. Eine tolle Karte! (Die Karte wird nicht mit jedem Browser dargestellt!). Findet ihr das nicht auch interessant! Lasst uns gemeinsam den Müll aus der Welt schaffen ;)

Zusätzlich habe ich mich heute für eine Weiterbildung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung beworben. Falls ich genommen werde, dann werde ich noch mehr Input hier mit euch teilen. Drückt mir die Daumen!

Einen schönen Tag euch allen!

Wintersuppe – vegan und regional

wir lieben Suppen, ihr auch?

Gemüsesuppen sind wärmend und nahrhaft, gleichzeitig sind sie auch überschaubar in der Kaloriendichte. Ein ideales Gericht, wenn der Frühling einfach noch nicht bereit für seinen Auftritt ist und die Abende wieder kalt werden.

das kommt rein: 

  • Pastinaken
  • Weißkraut
  • Kartoffeln
  • gelbe Rüben
  • Karotten
  • Sellerie
  • Zwiebel
  • Pfeffer, Kräuter, Salz, Koriandersamen, Senfkörner, Brühe, Radieschen-Sprossen

und so geht es: 

Das gesamte Gemüse in entsprechend große Stücke schneiden, anbraten und mit Wasser ablöschen. Köcheln lassen, abschmecken, leicht pürieren und genießen! Guten Appetit!

Ich schneide Sellerie und Pastinaken immer in sehr kleine Würfel, dadurch sind alle Gemüsesorten gleichzeitig gar und die einzelnen Komponenten nicht zu dominant. Die Kartoffeln wasche ich und schneide lediglich die schlechten Stellen weg. Je weniger ich schälen muss, desto mehr bleibt für die Suppe. ;)

 

„Ohne“ Teil II: München wird verpackungsfrei!

Heute war es endlich so weit.

„Ohne“ hat seine Türen geöffnet!DSC_0862_1

Neben dem Knuspermüsli für den Mann des Hauses, gab es auch interessante Gespräche und Bionade frei Haus sowie einige tolle neue Produkte aus der plastikfreien Welt. Es war schön zu erleben, wie viele Menschen bereits beim Einkauf von unverpackten Lebensmitteln Erfahrung haben. Andere interessierte Kunden konnten wir beim Entdecken und Ausprobieren beobachten.

Das Sortiment ist bereits recht groß, mehr als wir bislang zur Auswahl hatten. Es gibt einige Haushaltsprodukte, Deo, Rasierseifen und selbst Gin oder Öle zum Abfüllen. Toll! Hannah, Carlo und Chrissi haben sicherlich in den kommenden Tagen noch viel Arbeit vor sich. Manche Artikel hatten noch keine Namen oder Preise und die Herkunft der Waren war bislang auch noch nicht kenntlich gemacht. Das wird sich, wie die Kasse sicherlich mit der Zeit einspielen. Heute standen viele Kunden äußerst vergnügt eine halbe Stunde gemeinsam in einer Schlange an der Kasse an.

Schaut euch mal die tollen Glas, Holz, Metall-Spender an! Wie findet ihr die?

Zusätzlich ist auch eine Kaffee und Kuchen Ecke eingerichtet. Leckere süße Küchen und selbst Schokolade. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich dort mal verpackungsfreie Schokolade einkaufen kann! Heute war es irgendwie zu voll für große Experimente. Wie schön, dass es nun noch mehr Menschen geben wird, die täglich mit der Idee des unverpackten und plastikfreien Einkaufens (Leben) konfrontiert werden!!!

Leider ging es nach einem erfolgreichen Einkauf per Rad im Schneeregen nach Hause.

Selbst die Süddeutsche hat einen Artikel über Ohne verfasst. Hier zu lesen.

Wir wünschen dem Team einen guten Start und ganz viel Freude mit diesem Laden!

Meine Zwillingsschwester schickte mir diese frohe Kunde!

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unverpackte Lebensmittel bald auch in Trier

Der Herr knuspert schon fleißig vor sich hin, da werden wir wohl bald wieder einen Ausflug nach Schwabing unternehmen. 

DIY Seed Crackers – Zero Waste

Delicious Seed Crackers Recipe

Liesl inspired me to do my own Zero Waste Crackers. ;)

The „Olive Oil and Seed Crackers Recipe“ I used you can find here. Naturally I adapted the recipe so it fits to my taste and storage contents. I can’t remember the actual ingredients. But I know for next time to roll one piece of dough at a time, as thinly as I can. My crackers were not thin enough, that’s the reason they were not that crunchy.

Try it yourself! It is a simple recipe and this dough is supple and cooperative. Alternately, use a pasta roller (if you have). Enjoy!

saftiger Schokoladenkuchen

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saftiger Schokoladenkuchen

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vegan und ohne Plastikmüll

Passiert euch das auch? Ihr seht ein super Rezept mit tollen Fotos und möchtet das bald mal ausprobieren. Dann kommt Tag X, es regnet, die allgemeine Lust nach Kuchen, Wärme und Geborgenheit steigt. Ihr erinnert euch an den Blog mit diesem leckeren Rezept, vegan, tolles Foto – nur wo – nach 15 Minuten vergeblicher Suche folgt die Kapitulation. Alle anderen Rezepte enthalten Zutaten, die gerade nicht zur Verfügung stehen. Mist, dann eben so wie immer. Mischung nach Art des Hauses dank virtueller Unordnung.

Zutatenliste:

  • 250 g Mehl (ich nehme Dinkelvollkornmehl)
  • 50 g Nüsse (Hasel-, Mandel-, Wahlnüsse, gehackt)
  • 200 g Möhren (geraspelt)
  • 100 g Öl
  • 100 g Kichererbsen – Sud (Aquafaba)
  • 2 EL Kakao
  • 1 TL Backpulver
  • 6 Datteln (gehackt)
  • 2 TL Stevia Sud oder Apfelsüße oder Ähnliches
  • 1 Banane (optional)

Uns so geht es: 

  1. Die trockenen Zutaten: Mehl, Backpulver, Kakao und Nüsse gründlich mischen.
  2. Dann Möhren, Öl, Aquafaba, Datteln, Stevia oder Ähnliches dazugeben und ordentlich verrühren.
  3. Den Teig in eine vorgefettete Form geben und die Banane in Scheiben verteilen sowie leicht unterheben.
  4. Den Kuchen im vorgeheizten Ofen bei etwa 160° Umluft, auf der mittleren Schiene ca. 30 Minuten backen. (Je nach Backofen variiert das sicherlich, Holzstäbchenprobe hilft.)

Guten Appetit! 

Tipp: In einigen Blogs sind gute Rezepte mit Aquafaba, bislang habe ich noch nicht viel ausprobiert. Es soll super als „Eischnee“ einsetzbar sein.

HOFFNUNGSTRÄGER 2 – Zero Waste Beispiele

Kategorie: Müll

Im letzten Hoffnungsträger-Post stand Justin und sein Fastfood Restaurant in Chicago im Vordergrund. Heute möchte ich euch zwei Großprojekte vorstellen, die mich besonders beschäftigt haben.

Nr. 1 Kamikatsu, Japan

Ein Ort der sich einem großen Projekt verschrieben hat: Zero Waste Town!

Die ca. 2.000 Bewohner trennen ihren Müll in 34 verschiedene Kategorien. Wenn wir bedenken, dass viele bei uns schon Schwierigkeiten haben, den Papiermüll nicht in den Restmüll zu werfen, dann ist das der Olymp des Trennens. Die Bürger müssen Zuhause kompostieren, dadurch reduziert sich laut der Gemeinde auch der Anteil an verschwendetem Essen. Es gibt keine Müllabfuhr, die Einwohner bringen ihren Müll selbst zum Recyclinghof. Die Materialien werden von den Bürgern nicht nur sortiert, sondern auch gewaschen, denn das ist günstiger und umweltfreundlicher als eine Anlage zu betreiben. Japan hat, wie viele andere Länder, extreme Müllprobleme, das führt zu einem rigorosen Umbau des Abfallsystems.

Hier der Beitrag dazu:

Nr. 2 San Francisco, USA

San Francisco versucht die erste Stadt der Welt zu sein, die 100% recycelt!

Die viert größte Stadt Kaliforniens mit ca. 850.000 Einwohnern, fordert ihre Bürger und Gewerbetreibenden seit 2009 zu mehr Mülltrennung auf. Das System funktioniert ähnlich wie in Deutschland, je größer die Tonne und je häufiger die Tonne geleert wird, desto teurer wird es. Der Unterschied zu Deutschland: In San Francisco wird alles elektronisch im Müllwagen erfasst, das läuft über einen Chip in jedem Container. Die Müllmänner haben das Recht Abmahnungen oder Geldbußen auszusprechen, wenn nicht nichtig getrennt wird. Mülltüten wurden in der Stadt kurzerhand verboten. Laut der Stadtverwaltung liegt die Recycling-Quote bei 80% im Gegensatz zum Durchschnitt der amerikanischen Städte von 35%. 

Es existieren einige Filme und Beiträge über den Ansatz von San Francisco, hier ein kurzer Beitrag:

Natürlich kann sich nun jeder fragen: „Was bringt das überhaupt? Wäre es nicht besser, erst gar keinen Müll zu erzeugen?“ Ja, sicherlich! Deswegen finde ich den Begriff „Zero Waste“ manchmal ein wenig irreführend. Dennoch ist jeder Schritt wichtig! Es zeigt, dass es auch anders geht. Es sensibilisiert die Bevölkerung für die Folgen ihres Verhaltens. Bei allen Veränderungen wird Kritik und Unverständnis nicht ausbleiben, das erleben wir im Kleinen und im Großen. Das schmälert aber in keiner Weise die Leistungen, die einige bereits vollbringen. Jede Person und jede Entscheidung zählt!


Jede Medaille hat zwei Seiten, daher ein keiner Nachtrag:

In San Francisco gibt es Kritiker, wie Quentin Kopp, die Major Lee vorwerfen, dass die 80% Recycling-Rate vielleicht nicht der Wahrheit entspricht. Zusätzlich existiert ein florierender Schwarzhandel und Müll-Diebstahl in unbekannter Höhe. Ein weiterer Aspekt, der ökologische Fragen aufwirft: Die Materialien werden zu einem großen Anteil nach Asien geschifft, um dort in bunte neue Sachen für den Weltmarkt verwandelt zu werden. Ebenso werden viele Kritiker ihre persönliche Freiheit in Gefahr sehen. Wie rigoros darf / muss eine Stadtverwaltung oder die Regierung sein? Zum Beispiel sind 40% der Einwohner von Kamikatsu nicht glücklich mit dem Recycling-Aufwand.

Würden wir das Müll-Trennen so konsequent in Deutschland durchsetzen, dann würde es sicher noch mehr Menschen geben, die ihren Müll einfach in die Natur werfen. Zumal wir bei uns ganz andere Herausforderung erschaffen haben: In Deutschland werden Unmengen an Müll aus der ganzen Welt importiert, damit die Müllverbrennungsanlagen ausgenutzt sind. Rohstoffe, die für immer verloren sind.

Das alles bedeutet für mich: Weniger Konsum, weniger Müll produzieren, einfacher leben, loslösen von Kreisläufen – so gut es geht!

Und was denkt ihr nun über Auflagen, Kontrollen und Strafen für Müllsünder?

Die Alternative: Erst gar nicht so viel Müll produzieren! Dazu stelle ich euch bald ein paar interessante Ideen vor.