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Kommt Zeit kommt Rat

Nachdem ich erneut in meinem Alltag mit den üblichen Freunden wie Arbeit, lebenslanges Lernen, Krankheit, Ehrenamt und soziale Verpflichtungen verschwunden bin und meine begonnenen Blogbeiträge nur als Drafts abspeichern konnte, heute ein Link aus der Zeit zu einem konsumkritischen Artikel. Konsum wird uns doch täglich als schön verkauft. Helfen uns Verbote? Das würde ich mir wünschen. Aber warum sollte der König seinem Volk befehlen – nicht mehr an seiner Nadel zu hängen? Ich denke die Transition kommt von unten, aus den Wurzeln, nicht von oben, wo die Luft zu dünn zum klaren Denken ist.

Ich will Verbote!

 

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Nachhaltigkeit ist keine Modefrage

Ein Feiertag ist genau der rechte Anlass, um sich den Dingen zu widmen, die sonst im Alltag zu kurz kommen. Die Frage ist nur, welches „Ding“ von der weiten Palette seine Berechtigung erhält. Auch wenn Minimalisieren und Achtsamkeit auf der Lebensabschnitt-Agenda steht. Es wollen neben der Arbeit, Haushalt, Familie, Freunde, Gesundheit, Sport, Weiterbildung viele Interessen und Verpflichtungen gesehen werden.

Ich habe zwei Dinge gleichzeitig gemacht. Auch wenn Niko Paech kein Freund von Multitasking ist, habe ich den Abend mit ihm und meinen Sportschuhen verbracht.

Dieses Interview ist sehr lebendig und gibt einen guten Einblick in die Welt, in der ich gerne leben würde.

Nebenbei stand das Reparieren meiner Lauf- und Sportschuhe auf dem Plan. Wenn ihr auch viel in Bewegung seid und Sport zu eurem täglichen Leben gehört, dann sind euch die Verschleißerscheinungen an den Schuhen vielleicht auch bekannt. Meine Schuhe sahen so aus:

Löcher, die ich von Innen nach Außen gebohrt habe oder solche die von Außen entstanden sind. Damit die Schuhe länger halten und weiterhin ordentlich aussehen, muss das Loch rechtzeitig gestopft werden. Minimal invasiv quasi :) Sicherlich ist der Faden in der richtigen Farbe zu wählen und am Besten im Muster der Schuhe arbeiten. Ich habe hier nicht so viel Mühe auf die Optik gelegt, sondern das eher funktional gesehen.

Nun sehen sie wieder ordentlich aus, so das ich sicherlich noch lange weiterlaufen kann, ohne an eine Neuanschaffung zu denken. Die Sohle wird leider den Neukauf bestimmen.

Während ich Teil 2 anhörte, habe ich die Kleidung von Freunden repariert. Somit habe ich mich ganz in Niko Paechs „schöner neuer Welt“ bewegt:

  1. Güter länger nutzen und damit der Industrie und dem Konsum die kalte Schulter zeigen
  2. Ressourcen sparen
  3. Selbst reparieren
  4. Austausch an Dienstleistungen
  5. Vernetzung mit Geich-denkenden 

Was macht ihr um euch auf eine Postwachstumsökonomie einzustellen und Suffizienz zu leben?

Thematisch passend verlinke ich hier zu Maria  

Links zur BNE

In den letzten Tagen bin ich kaum zum Schreiben gekommen. Das liegt daran, dass ich meine freie Zeit mit BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) verbringe. Es war mir nicht klar, wie viele interessante Möglichkeiten bestehen, online kostenlos zu studieren. :)

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Irland, Kinvara 2015

Ein Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten und Webseiten, die ich regelmäßig besuche:

Onlinekurse:

Information:

Übergreifend:

Unterrichtsmaterial:

MobilSpiel e. V. bietet hier einen Überblick über Weiterbildungs- und Studienangebote.

Sehr kurzweilig und unterhaltsam:

Vor Wochen schrieb ich, dass ich mich für eine Weiterbildung beworben habe. Ich wurde für die berufsbegleitende Weiterbildung Umweltbildung / Bildung für nachhaltige Entwicklung angenommen. Ich freue mich sehr. Mehr erfahrt ihr hierDas bedeutet natürlich, auch hier werden sich die Themen sicherlich noch mehr in diese Richtung verschieben. Vielleicht kann ich somit meine Energie noch direkter in die praktische Umsetzung von Lösungsansätzen und Bildungsarbeit investieren und weniger in Aggression gegenüber Menschen, die mir den Müll täglich auf meinen Arbeitsweg werfen. 

Ich freue mich über regen Austausch und Ideen, die sich hier entwickeln. :) Gibt es Seiten, die ihr regelmäßig besucht, die hier unbedingt noch aufgeführt sein sollten?

Quelle für euren Fußabdruck :)

CO2 Fußabdruck – Verhaltensvorschläge

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Arbeitsfoto 2014 © Ron

Heute las ich einen interessanten Post von Dr. Ruth Steinke auf greenofficeunikn. Es geht um den CO2 Fußabdruck der Studierenden. Dieser, das ist die positive Nachricht, liegt mit 10,35 Tonnen CO2 Äquivalent pro Jahrleicht leicht unter dem Durchschnitt. Allerdings würde es mich schon sehr verwundern und beunruhigen, wenn sich die Studierenden des HTWG nicht für Nachhaltigkeit interessieren. Da „normale“ Studenten mit kleinem Budget auskommen müssen, leben sie im Verhältnis zu anderen Arbeitnehmern auf kleinem Fuß, was vielleicht der eigentliche Grund des Ergebnisses ist.

Ihr könnt den CO2- Rechner des Umweltbundesamtes (UBA) testen! Es ist auch möglich ein Konto anzulegen und euren Verbrauch damit zu verfolgen. Mein geschätzter CO2 Ausstoß lag 2015 bei ca. 5,15 Tonnen. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 10,64 Tonnen. 2,5 Tonnen wäre laut UBA eine verträgliche Quote. 2,7 Tonnen würden mir laut Niko Paech pro Jahr zustehen, wenn wir davon ausgehen, dass jedem Menschen die gleichen Rechte zustehen. Somit bin ich geradewegs an der Zielgeraden vorbei geschossen. Es kommt also immer darauf an, mit welcher Messlatte hier hantiert wird. In diesem Jahr wird mein CO2 Verbrauch hoffentlich weniger, denn ich habe an einigen Stellschrauben gedreht. Leider versauen mir die beruflich bedingten Reisen die Bilanz.

Wenn ich mir die nachfolgenden Verhaltensvorschläge von Michael Bilharz für Überzeugungstäter/innen ansehe, dann kann ich Folgendes feststellen:

– Halbierung der eigenen Wohnfläche (weniger Platz zum Heizen und Konsumieren)
– Fahren mit Fahrrad, Bus oder Bahn statt Auto oder Flugzeug
– Verzicht auf Fleischkonsum
– Bezug von Öko-Strom
– Halbierung der eigenen Arbeitszeit – weniger Einkommen, weniger Konsum, mehr Zeit zum leben
– politisch sein, das heisst sich einsetzen für ökologischere Gesetze und Rahmenbedingungen, damit alle Menschen dazu gebracht werden, nachhaltig zu konsumieren (z.B. Umweltverbände unterstützen).

  1. Wohnfläche halbieren, hm. Mit dem letzten Umzug haben wir uns etwas vergrößert, allerdings besitzen wir nicht so viel Platz, dass eine weitere bekannte Person ohne Berührungsängste in unserem Zuhause übernachten könnte. Also passt die Größe?! Da wir unter dem Dach wohnen, müssen wir nicht so viel heizen, auch im Winter ist es recht warm, im Sommer eher unerträglich heiß. Wir kommen selten in Versuchung die Wohnfläche mit Konsumgütern zu dekorieren, danke Minimalismus! OK!⇑
  2. Mein Arbeitsweg beträgt zwei Stunden, 180km in der Woche. Das heißt, wenn es nicht gerade schneit und alle den Schnee auf dem Radweg lagern, fahre ich mit dem Rad. Sonst nehme ich Bus und Bahn, da wir kein Fahrzeug besitzen. Urlaube verbringe ich liebend gerne zuhause oder mit „Slow Travel“ – so weit möglich. OK!⇑
  3. Verzicht auf Fleisch, das ist einfach. Läuft. OK!⇑
  4. Öko-Strom, ja das passt auch. OK!⇑
  5. Die Arbeitszeit habe ich noch nicht halbiert, auch wenn ich davon träume. Dennoch muss ich zugeben, dass damit durchaus einige Ängste verbunden sind, die „weniger Geld“ allgemein impliziert. !⇓
  6. Ich unterstütze mehrere Verbände finanziell, engagiere mich ehrenamtlich bei foodsharing, Refugio und sbb, dennoch würde ich gerne aktiver werden. Dafür müsste ich allerdings bei Punkt 5 etwas verändern, da der Tag einfach nicht mehr Stunden bekommt, egal wie sehr ich mir das oft wünsche. naja!⇒

Fazit

„Unter dem Durchschnitt“ ist nicht mit GUT gleichzusetzen. Wir leben alle weiterhin über unsere Verhältnisse, auch wenn wir denken, bereits wenig zu verbrauchen. Natürlich war ich selbst überrascht, welch hohe Zahl der UBA-Rechner am Ende ausspuckt.

Die vergangenen Jahrzehnte haben unser Konsumverhalten und unsere Reiselust nur gestärkt, gefördert und vergrößert. Ein Umdenken muss wirklich eine andere Radikalität erhalten, wenn wir wie Niko Paech das propagiert, ein Ziel von 2,7 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr erreichen möchten. Bei allen Ausreden und Bedenken, sollten wir den richtigen Moment nicht verpassen. Dieser Moment liegt nicht in der Zukunft. Dieser Moment beginnt genau jetzt – auch für mich.