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Arbeitsweg: Neue Alternative zum Rad

JpegGuten Morgen,

in der Süddeutschen war ein kurzer Artikel über die Möglichkeit in der bayerischen Metropole die Isar als Arbeitsweg zu nutzen. Nicht den Isar Radweg, der mittlerweile bei warmen Temperaturen so überfüllt ist, dass der zivilisierte Radler im Stau steht, sondern direkt im Gebirgsbach gen Donau treiben. Das ist wirklich eine schöne Idee. In meinem Fall müsste ich leider mehrere Staustufen und das Isarwehr umgehen, dazu bin ich wohl nicht mutig genug. Falls ihr jedoch einen Fuss nutzen könnt, vielleicht ist der Artikel  ganz interessant für euch. ;) Meine Freunde in der Schweiz amüsieren sich sicherlich über die Innovation, dort ist das Schwimmen zur Arbeit schon länger in. Mir gefällt die Idee gut, denn auf dem morgendlichen Arbeitsweg kann man noch schnell das Leergut der Isarbesucher vom Abend einsammeln (- oder einen Grill) ;)

Nachdem unser Permakulturkurs in Umbrien, ob der starken Trockenheit abgesagt worden ist, komme ich vielleicht mal wieder zum Lesen eurer Beiträge. Juchu. LG Esther

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Müll: In meinem Wohnzimmer!

Früher war alles besser!

Ist das so? In Bezug auf Müll im öffentlichen Raum habe ich in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung erlebt. Da ich viel mit dem Rad und zu Fuß unterwegs bin, habe ich die Zeit meine Umwelt wahrzunehmen.

Isar

Bewohner der Isar (Esther 2014)

Zu Beginn des Jahres dachte ich es liegt vielleicht an Silvester, dass überall Müll liegt. Danach kamen die stürmischen Wochen, da dachte ich es liegt vielleicht am Wind, dass so viel Müll meinen Weg säumt. Nun hält der Frühling Einzug und neben den ersten Blumen liegen gefüllte oder leere Hundebeutel. Ist ja bald Ostern könnte man denken, da werden eben bunte Überraschungen in Plastik verschenkt, allerdings frage ich mich, ob die falschen Osterhasen noch wissen, wo sie überall ihre Beutelchen platziert haben? Davon abgesehen, dass ich es wirklich nicht verstehe warum Hundebesitzer ihrem lieben Schatz beim Geschäft auf den Po schauen, sich die Mühe machen und die Ernte einsammeln um dann das stinkende Gefahrengut an einen Baum zu hängen, auf den Gehweg zu legen, auf malerische Mauern zu dekorieren oder zwischen die Blumen zu werfen, anstatt in den Müll. Warum, wer weiß Rat? Leider habe ich selbst noch niemanden auf frischer Tat ertappt. Ich würde zu gerne wissen, ob das Kalkül, Dummheit oder Ignoranz ist. Liesl hat dazu einen guten Beitrag geschrieben.

Neben den Hunde-Überraschungen gibt es allerdings noch viel mehr Wohlstandsmüll. Ich spreche nicht vom Sperrmüll, Autoreifen, Schutt oder ganzen Müllsäcken, die Menschen einfach wahllos und willentlich entsorgen. Ich spreche von den alltäglichen Hürden: Die To Go Becher, Taschentücher, Zeitungen, Fastfood-Reste, Zigarettenschachteln, Bierflaschen, Kippen und Plastikflaschen in den Müll zu werfen, ist so anstrengend und grenzt an Höchstleistung. Wie soll das eine Person alleine nur schaffen? Besser einfach fallen lassen oder mit einem sexy coolen Schwung ins Grün schleudern. Warum sind Menschen so?

Ich habe leider solche Aggressionen gegen diese ignoranten Dumpfköpfe, als wäre die Umwelt um mich herum meine Verantwortung. Es fühlt sich an, als würden sie in meinem Wohnzimmer ihren Müll abladen. Ein Film trifft das sehr gut. Das spricht mir aus dem Herzen:

Sobald das Wetter besser wird, die Abende mild und die Nächte angenehm, wird meine Isar wieder von Partyvolk und Wandalen heimgesucht. Im Sommer laufe ich mittlerweile nicht mehr an der Isar, da alle schönen Schleichwege dann zur Toilette umfunktioniert werden. Für alle, die sich kein Bild machen können, so sieht es aus, wenn jedes Wochenende 4 Tonnen Müll von ca. 30.000 Besuchern an der Isar entstehen:

(ab 1:40 siehst du was ich meine)

Früher konnte ich an der Isar auch im Sommer laufen. Leider ist es mittlerweile „hip“ und „in“ die lauen Abende in gesellschaftlichem Besäufnis im Grünen, am Fluss, im Park inmitten der Stadt zu verbringen. Die Ratten freuen sich, die laben sich an den Hinterlassenschaften. Leider sind viele zu gechillt (schlimmes Deutsch) oder betrunken, um den Müll zu entsorgen. Schade, dass man Ratten nicht trainieren kann.

Ich habe mittlerweile eine Statistik erstellt. Neben den verschiedenen Arten von Müll interessiert mich die Verteilung. Folgende Einflussfaktoren wirken sich auf die Menge aus:

  • Parkbereich von Autos
  • Anzahl an Geschäften / Einzelhandel
  • Straße
  • Entfernung zu öffentlichem Nahverkehr
  • Bevölkerungsdichte
  • Jahreszeit
  • Wochentag
  • Wetter

Überall dort, wo Geschäfte sind, Autos fahren und parken können ist es extrem vermüllt. Dann kommt der Bereich in dem Autos oder Züge fahren, Picknick-Gelände, Spazier- und Radelwege… es wird besser, sobald die Anstrengung steigt, mit der die Gegend erreicht werden muss. Gerade die grünen Lungen und Parks in den Städten sollen doch zur Erholung und Freude dienen, da verstehe ich nicht, warum so viele Menschen ihren Müll liegen lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von denen beim nächsten Besuch im Müll oder in Scherben sitzen möchte.

Es macht auch keinen Sinn die Pfandflaschen ganz gönnerisch für den nächsten Sammler auf der Brüstung, auf der Brücke, auf Mülleimern zu platzieren. Bein nächsten Wind sind daraus Scherben entstanden, die Tiere, Menschen und Radfahrer schaden.

Wenn ich mit meinem Rad einmal quer durch die ganze Stadt zur Arbeit fahre, und bei jedem Müllteil auf meinem Weg ein Foto mache, dann würde ich jede Sekunde abdrücken. Also 3.600 Fotos nur auf meinem Weg! Nur in meinem direkten Sichtfeld! Dabei fahre ich zu 70% an der Isar entlang. Ich könnte täglich heulen, aber das bringt ja nichts.

Ich frage mich, wie diese Menschen erreichbar sind? Wie kann ich etwas verändern oder verbessern? Muss es erst Verbote und Strafen geben, denn das ist die logische Konsequenz wenn Menschen sich nicht an Regeln halten. Wenn das Grillen an der Isar verboten wird, dann ist das Geschrei groß. Es trifft dann alle Besucher, nicht nur die Wandalen.

Wie sieht es bei euch aus? Ist es heute besser als früher? Gibt es vielleicht erfreuliche Erfahrungen?

„Ohne“ Teil II: München wird verpackungsfrei!

Heute war es endlich so weit.

„Ohne“ hat seine Türen geöffnet!DSC_0862_1

Neben dem Knuspermüsli für den Mann des Hauses, gab es auch interessante Gespräche und Bionade frei Haus sowie einige tolle neue Produkte aus der plastikfreien Welt. Es war schön zu erleben, wie viele Menschen bereits beim Einkauf von unverpackten Lebensmitteln Erfahrung haben. Andere interessierte Kunden konnten wir beim Entdecken und Ausprobieren beobachten.

Das Sortiment ist bereits recht groß, mehr als wir bislang zur Auswahl hatten. Es gibt einige Haushaltsprodukte, Deo, Rasierseifen und selbst Gin oder Öle zum Abfüllen. Toll! Hannah, Carlo und Chrissi haben sicherlich in den kommenden Tagen noch viel Arbeit vor sich. Manche Artikel hatten noch keine Namen oder Preise und die Herkunft der Waren war bislang auch noch nicht kenntlich gemacht. Das wird sich, wie die Kasse sicherlich mit der Zeit einspielen. Heute standen viele Kunden äußerst vergnügt eine halbe Stunde gemeinsam in einer Schlange an der Kasse an.

Schaut euch mal die tollen Glas, Holz, Metall-Spender an! Wie findet ihr die?

Zusätzlich ist auch eine Kaffee und Kuchen Ecke eingerichtet. Leckere süße Küchen und selbst Schokolade. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich dort mal verpackungsfreie Schokolade einkaufen kann! Heute war es irgendwie zu voll für große Experimente. Wie schön, dass es nun noch mehr Menschen geben wird, die täglich mit der Idee des unverpackten und plastikfreien Einkaufens (Leben) konfrontiert werden!!!

Leider ging es nach einem erfolgreichen Einkauf per Rad im Schneeregen nach Hause.

Selbst die Süddeutsche hat einen Artikel über Ohne verfasst. Hier zu lesen.

Wir wünschen dem Team einen guten Start und ganz viel Freude mit diesem Laden!

Meine Zwillingsschwester schickte mir diese frohe Kunde!

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unverpackte Lebensmittel bald auch in Trier

Der Herr knuspert schon fleißig vor sich hin, da werden wir wohl bald wieder einen Ausflug nach Schwabing unternehmen.