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Gigantische Todeszone im Golf von Mexiko

 

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Jeder Beitrag zählt. 

Wieder ist von wachsenden Todeszonen im Meer zu lesen. Nicht nur im Golf von Mexiko, auch am Schwarzen Meer oder hier bei uns an der Ostsee gibt es immer wieder solche Zonen, die wir selbst mit unserem Handeln oder Nichthandeln erzeugen. Ich finde es unglaublich wie mächtig diese Lebensmittelindustrie ist. Gerade sind Eier in Ungnade gefallen – denn wir können uns damit aktuell vergiften. Vergiften wir nur die Erde, misshandeln und töten die Tiere, damit wir unsere ausgewogene Ernährung nicht hinterfragen müssen, dann ist das OK.

Der Mensch ist so unglaublich.

Wenn wenige und sehr mächtige – politisch gut verknüpfte Agrarkonzerne mit ihren reichhaltigen Abwässern die Umwelt in Todeszonen verwandeln, dann ist das bedauerlich und nicht so gut, muss aber irgendwie hingenommen werden, weil der Mensch soll ja nicht verhungern oder sein ganzes schwer verdientes Geld in Lebensmittel investieren, er muss ja auch noch konsumieren und anderen Plastikmüll kaufen, in den Urlaub fliegen, das zu große Haus abzahlen und die Kinder in die gute Schule und zum Sport schicken…

Warum machen wir das alles, damit unsere Kinder und Enkel eine gute Zukunft haben?

Und wie oft muss ich mir anhören, BIO ist zu teuer, VEGAN zu extrem, selbst kochen zu arbeits- und zeitintensiv, Lebensmittel vom Bauern von nebenan zu umständlich zu besorgen… Sicherlich ist heute Bio in Plastik aus dem Supermarkt kontrovers zu betrachten. (Wann ist BIO noch wirklich bio?) Wenn wir als Verbraucher die Kleinbauern aber nicht unterstützen, dann wird es bald keine mehr geben. Kleinbauern müssen ihre Höfe aufgeben und werden von großen Industrie-Farmen geschluckt. Über 60 Milliarden Tiere werden jährlich (Stand 2014) geschlachtet! Die Tiere stehen in riesigen Ställen und wir leiten die Gülle in den Fluss, ins Meer, ins Grundwasser. Die meisten wissen es – die meisten ignorieren es.

Falls dich mal wieder ein interessierter Mensch fragen sollte, warum du so extrem sein musst, mit deinem Grünzeug und ohne tierische Lebensmittel – dann kannst du zum Beispiel über die Todeszonen im Meer sprechen. ;)

Hier geht es zum Artikel!

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Do you know: fishingforlitter?

 

Heute wurde ich auf eine Aktion aufmerksam gemacht. Nach dem Motto „Politik der kleinen Schritte„. Kennt ihr das bereits?

Es ist ein wenig schwierig zu sehen, wie viel Fisch weiterhin aus unseren Meeren gefischt wird. Trotz aller Einsicht in das Müllproblem wird die Überfischung nicht thematisiert. Im Film werden vor allem die kleinen Fischerboote gezeigt. Ich frage mich, was ist mit diesen Fischfangriesen?

Dennoch immerhin wird der Müll gesammelt, fachgerecht entsorgt und gelistet. Mir war nicht klar, dass andere Fischer, die nicht an diesem Programm teilnehmen den Müll aus den Netzen immer wieder ins Meer werfen. Auch aus dem Grund, dass sie im Hafen dafür sonst zahlen müssten. Schaut euch doch mal den Film an und sagt mir was ihr davon haltet.

Und das wird im Meer gefunden: 88% Plastiktüten, 38 % Plastikflaschen etc. – Ich verstehe zwar nicht, wie das alles zusammen am Ende 100% ergeben soll. Doch die Gewichtung scheint trotzdem klar.

 

2016 = 40 Tage Verzicht und 326 Tage Überfluss

Hier sollte eigentlich ein konstruktiver Beitrag über meine Begeisterung für Natron stehen. Und dann kam alles ganz anders.

Denn es ist Karneval und danach Fastenzeit?! 

Es gibt einige Menschen die sich aktuell mit der Frage beschäftigen, auf was sie in der Fastenzeit verzichten möchten. Grundsätzlich eine schöne Idee. 40 Tage mal kein Fleisch essen, kein Plastikmüll produzieren, kein Kaffee trinken, auf Zucker verzichten, Klamottenkur halten oder weniger Zeit online verbringen. Maria hat auf ihrer Seite einen schönen Überblick über mögliche Fastenideen geteilt.

Wenn ich unsere Nachbarn sehe, die heute wieder vier schwere dicke Plastiktüten voll Restmüll aus ihrer Wohnung getragen haben, dann kann ich mir gut vorstellen, dass 40 Tage Verzicht für viele Menschen eine große Herausforderung und ein noch größeres Opfer bedeuten können.

Bleiben also noch 326 Tage (29.2.!) um zu konsumieren. Fleisch, Eier, Kuchen und Fisch zu essen, bis der Arzt kommt.

Leider gehen mir die Zahlen nicht aus dem Kopf. Wer isst denn bitte all die produzierten Lebensmittel, wer kauft die Autos und nutzt die Flugangebote?

6 Milliarden Eier wurden bereis im 1. Halbjahr 2015 in Deutschland erzeugt. Dabei geht es hier nur um die Unternehmen mit mindestens 3 000 Hennenhaltungsplätzen. In Deutschland wurde im letzten Jahr ein neuer Rekord aufgestellt. Mehr Schlachtungen als je zuvor! Fleischerzeugung mit neuem Rekordwert! 8,22 Millionen Tonnen totes Tier!

Mir steigen die Tränen ins Gesicht.

Im Jahr 2014 wurden in unseren rund 6 000 deutschen Aquakultur-Betrieben etwa 20 900 Tonnen Fisch und rund 5 300 Tonnen Muscheln erzeugt (für 2015 lagen keine Daten vor). Hinzu kommen die Fische aus dem Meer. Aber die Fangquote wird ja geregelt. Die neuen Fangquoten und Nachhaltigkeitsziele aus der Ostsee für 2016 sehen eine Erhöhung bei Heringen und Scholle vor.

„Mit diesem Beschluss stellen wir in der Ostsee bereits im nächsten Jahr für viele Bestände eine nachhaltige Fischerei nach dem Prinzip des maximalen Dauerertrags sicher“ Quelle BMEL

Ich habe gelernt: Nachhaltigkeit und das Prinzip des maximalen Dauerertrags schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil wie der Bundesminister Christian Schmidt das hier formuliert. Ich frage mich wer kontrolliert was die Fischindustrie der EU-Ostsee-Anrainerstaaten aus dem Meer zieht?

Für Deutschland relevante TAC und Quoten Ostsee 2016
EU-Gesamtfangmenge 2016 Deutsche Quote 2016 Deutsche Quote 2015 Änderung 2016/2015
in Tonnen (t), Lachs: Stückzahl
Hering westl. Ostsee (Gebiete 22-24) 26.274 14.496 12.259 18 %
Hering östl. Ostsee (Gebiete 25-27 etc.) 177.505 1.035 953 9 %
Dorsch westl. Ostsee (Gebiete 22-24) 12.720 2.715 3.393 -20 %
Dorsch östl. Ostsee (Gebiete 25-32) 41.143 3.760 4.700 -20 %
Scholle 4.034 321 271 18 %
Sprotte 202.320 12.644 13.347 -5 %
Lachs Gebiete 22-31 95.928 2.212 2.212 0 %
Stand:
29.10.15 Quelle: BMEL

Ist das vergleichbar mit der Müllkontrolle auf hoher See?

„Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen von bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Jedes Einbringen oder Einleiten ins Meer, jede Abgabe an eine Auffanganlage oder jeder abgeschlossene Verbrennungsvorgang müssen in ein „Mülltagebuch“ eingetragen und letztlich durch die Unterschrift des Kapitäns beglaubigt werden. So weit die Theorie.“

„In der Praxis ist eine Kontrolle nahezu unmöglich, wenn die Schiffe nicht mehr im Bereich der Küstenwache sind“, sagt Kim Cornelius Detloff, Referent für Meeresschutz beim Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu). „Die großen Schiffe haben Schredder an Bord – und wenn Müll geschreddert wurde, ist nicht mehr nachvollziehbar, was für welcher.“ Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass gelegentlich auch Plastik geschreddert werde. Quelle 

Bei den Unmengen an Plastik im Meer, frage ich mich, wer immer noch den leckeren gesunden Fisch essen möchte? Dann gibt es morgen eben Schnitzel mit Pommes und Thomy- oder Knorr Ketschup von Nestlé. Oder?