Archiv der Kategorie: Gedankensalat

Goodbye Sustainable Development Goals

09.11.2016

Werden wir diesen Tag auch so in Erinnerung behalten wie den 11.09.2001 oder den 09.11.1989? Ich weiß noch wie damals alles still stand. Wir waren dabei und mitten drin als Geschichte geschrieben wurde. Sicherlich – jeden Tag wird Geschichte geschrieben. Wie nahe Freud und Leid liegen, Liebe und Hass, Sinn und Unsinn, Recht und Unrecht, Leben und Tod…Die Liste ist schier unendlich.

Die Gegenwart ist gleich schon Geschichte. Die Träume in der Zukunft.

An der Spitze von Amerika wird ein Mann stehen, der den Klimawandel leugnet. Prognosen sprechen davon, dass es keine weiteren Umweltabkommen mit dem größten Umweltverschmutzer geben wird. Glaubt man dem Wahlprogramm, dann wird die Öl- und Gasförderung verstärkt. Laut Stern soll Kohle als fossiler Energieträger eine Renaissance erleben. Hauptsache die Unabhängigkeit von der Energielieferung aus anderen Ländern ist gewährleistet.

Es heißt: Die Energiepreise werden gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dafür werden die Spitzensteuersätze für Reiche wegfallen. Zudem soll eine schöne hohe Mauern zu Mexiko entstehen, gepaart mit stärkeren Einwanderungskontrollen. Ich finde das klingt wie ein Sechser im Lotto für amerikanische, reiche, weiße, Fleischliebhaber, Unternehmer, SUV-Fahrer, Waffen-Fetischisten, Fast-Food-Ketten, Spekulanten, Rassisten, Lobbyisten, Träumer und Klimawandel-Verneiner. Willkommen im „American Dream“ oder eher „Nightmare before Christmas„?

Ein Trostpflaster ist die Ablehnung jeglicher Freihandelsabkommen. Das ist wirklich schön. Mehr Regionalität, nicht aus Umweltbewusstsein, sondern um den amerikanischen Markt anzukurbeln. „AMERICA FIRST“ 

Hope is kindled.

Vielleicht ist ja auch alles wie bei Phönix aus der Asche. Nach dem Lebenszyklus Mensch wird aus der Asche eine neue Generation Mensch wiedergeboren. Ist das nicht toll, wir sind mitten drin – anstatt nur dabei – also quasi im Fernseher anstatt nur davor. Reality TV.

Wie geht es euch? Welche Wahl würdet ihr treffen? Pest oder Cholera?

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A SIMPLER WAY – CRISIS AS OPPORTUNITY

Es schneit, der Winter zeigt seine ersten Vorboten. Der Körper ist müde und braucht Ruhe. Vielleicht ist ein Dokumentarfilm das richtige?

Vielleicht seid ihr auch auf der Suche nach einer Veränderung, einer Vereinfachung des Lebens? Vielleicht ist euch Kastanien sammeln und damit Waschen, in der Wohnung Pflanzen züchten und mit dem Rad zur Arbeit fahren nicht mehr genug? Sicherlich, manche Mitmenschen bezeichnen meinen Lebensstil bereits als extrem. Doch was ist an Kleider reparieren anstatt neu kaufen extrem? Warum ist Fleisch essen normal? Es ist nicht unnormal sich mit dem hart verdienten Geld Annehmlichkeiten „made in China“ zu kaufen, einen dicken Wagen zu fahren, Unmengen an Plastik nach Hause zu tragen und dafür aber billige Lebensmittel zu kaufen. Weil „wir müssen eben auf das Geld schauen“.

Alle sprechen von „Nachhaltigkeit“ in den wildesten Bedeutungsvariationen. Doch irgendwie bleibt alles gleich. Vielleicht geht es mir auch zu langsam. Das mag sein. Um in Bayern im eigenen Garten oder in einem Schrebergarten buddeln zu können, gehört sehr viel Vitamin B, Geld oder ein extrem langer Atem dazu. Alternativ ist das Umziehen an die tschechische Grenze eine Möglichkeit. Dort gibt es noch Raum und Land für Ideen. Allerdings ist das wiederum schwierig mit einem Job in München vereinbar.

Ich möchte meine Transition zum nächsten Level erleben. Nicht nur Dokumentationen darüber anschauen. Wie geht es euch mit eurem Lebensentwurf? Passt das alte Konzept noch auf die aktuelle Situation?

Wie ein Experiment zu mehr Einfachheit laufen kann, zeigt die Doku von Happen Films.

Erntefreuden in der Stadt

Nachdem wir im Sommer Johannisbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren geerntet haben, gibt es nun Äpfel und Haselnüsse. Ein Traum! Alles regional, frisch, kostenfrei geerntet. 

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Dann werden noch die Kastanien gesammelt (und zu Waschpulver verarbeitet) und schon ist der Sommer wieder vorbei. Gut, dass wir schon Einiges einkochen konnten. :)

Ich frage mich immer wie andere Menschen das machen?

Ich komme nie mit meiner Zeit meinen Interessen hinterher. Das Wort Langeweile könnte ich direkt aus meinem Vokabular streichen. Vielleicht an einen Nachbarn verschenken. Dafür erhalte ich Zeit im Austausch. Das wäre mal toll. Ich frage mich wirklich ernsthaft, wie macht ihr das? Neben meinem Job bin ich bei diversen Projekten ehrenamtlich engagiert. So war ich zum Beispiel letztes Wochenende in Hamburg und habe dort für die Stiftung (SBB) Stipendiaten-Gespräche geführt. Mit dem Nachtzug zurück (darüber wollte ich gesondert schreiben) um eine Prüfung im WT (Selbstverteidigung) abzulegen. Anschließend das Übliche, was an einem Wochenende immer so passiert: Waschen, Aufräumen, Büro… als Highlight: Sport, ernten und Steuer. Dieses Wochenende waren wir als Standbetreuung für das KK tätig, Kuchen backen, freiwillige Reparaturarbeiten für den WT-Verein, Steuererklärung, Bürokram, ernten, Weiterbildung, Sport… Migräne gab es als i-Tüpfelchen noch gratis dazu. Und schwups ist schon wieder Montag und ich kann in der freien Abendstunde nach Arbeit, Fahrtweg und WT nur noch durch die Waschanlage ins Bett fallen. Morgen presse ich noch eine Abholung bei Foodsharing dazwischen. Denn ich möchte endlich nach fast einem Jahr meinen Ausweis erhalten.

Ich lese immer wieder über Entschleunigung und Achtsamkeit und frage mich, wie soll das gehen? Ich hätte gerne noch 5 andere Sachen am Wochenende verfolgt, mich intensiver mit diesem oder jenem auseinander gesetzt und dann auch vielleicht mal nix tun. Also wenn dann noch Zeit ist. Aber Zeit ist irgendwie nie. Also nochmal: Wie macht ihr das? Ich finde es schade, nur einen Teil meiner Interessen verfolgen zu können. Aber woher die Zeit nehmen. Arbeitszeit reduzieren? Das muss man sich auch leisten können/ wollen.

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Alternative Verpackung: So schön könnte es sein

Milch anstatt Plastik

Das hört sich vielleicht im ersten Moment gut an, schmeckt allerdings im Nachgang ganz schön bitter. Also wird zukünftig die Milch aus der Massentierhaltung zu Verpackungsmaterial? Wir würden Unmengen an Plastikverpackung einsparen. Das ist eine schöne Nachricht. Die Industrie muss die Produktion nicht verändern, der Konsument kann seine gewohnten Verhaltens- und Wegwerfmuster beibehalten. Eine Win-win Situation könnte man meinen. Bei mehr als 8 Millionen Tonnen Plastikmüll die geschätzt jährlich im Mehr landen sind wir um jede Entdeckung froh. Stimmt das wirklich?

„Vor allem muss das Produkt auch günstig sein, damit es kommerziell mithalten kann.“

Das bedeutet es wird weiterhin Milch auf die grausame Art produziert. Nur kommt sie dann nicht mehr auf den Teller, oder direkt in den Gulli, sondern macht den Umweg in die Verpackung. Ich kann einfach nicht verstehen, warum wir das Rad immer neu erfinden müssen, nur damit alle diesen amerikanisch – postmodernen Lebensstandard halten oder entwickeln? Unsere schnelllebige ignorante Wegwerf-Bestell-Bequemlichkeitsgesellschaft macht mich wütend und traurig. Die essbare Verpackung muss dann aus hygienischen Gründen wieder in eine Plastik- oder Alu- oder Kartonumverpackung! Das Kommt dann in einen großen Karton. Die großen Kartons werden zum Transport auf Paletten rundum mit Plastikfolie geschützt. Ich finde, da haben wir doch extrem viel Verpackungsmaterial gespart.

Das erinnert mich an den Biokraftstoff. Ein toller Grundgedanke. In letzter Zeit mal über Land gefahren? An einem so schönen sonnigen Tag wie heute macht es extrem viel Freude. Auf der Zugfahrt von Nord- nach Süddeutschland habe ich mir den Spaß erlaubt, bei jedem sichtbaren Genmaisfeld „Genmais“ zu sagen. Die Mitreisen dachten ich sei aus einer Anstalt ausgebrochen. Natürlich benötigen wir alternative regenerative Ideen und Umsetzungen. Doch wenn alle einfach weiterhin so wirtschaften wie bisher, nur dass sie anstatt mit einem alten Auto mit einem schadstoffarmen SUV fahren und anstatt unbeschwert wie in den 80ern nun mit schlechtem Gewissen die xte Fug- oder Geschäftsreise antreten, dann werden wir sicherlich bald mehr Energiepflanzen anbauen müssen und noch mehr Milch produzieren, um weniger Verpackungsmüll zu erzeugen. Die Grundnahrungsmittel lassen wir aus ländlichen rückständigen Gegenden in Fernost oder Übersee einfliegen. Da gelten nicht unsere Umweltauflagen, Arbeitsbedingungen etc. – das macht es so günstig. Das schlimme ist: Wir sind unglaublich gut informiert und handeln dennoch nicht „enkeltauglich“. Infos zu den Folgen von extensivem Genmaisanbau findet ihr z.B. hier.

Auch der Gedanke hinter foodsharing ist prima. Unmengen an engagierten Menschen spenden ihre Zeit und Energie, um Lebensmittel zu retten. Allerdings frage ich mich – wie so oft – warum können wir Bürger nicht einsehen, dass es eine Stunde vor Ladenschluss nicht noch 55 unterschiedliche – vor allem frische – Backwaren zur Auswahl geben muss? Warum investieren tausend helfende Hände die Zeit, damit die Firmen weiterhin ihre eingefahrenen Strukturen aufrechterhalten und weiterhin zu viel produzieren? Diese Ketten können damit werben, dass sie bis zum Ladenschluss die Theke voll haben. Am Ende müssen sie sich nicht mal um die Entsorgung kümmern, denn dafür stehen die fleißigen Freiwilligen ja gleich bereit und arbeiten diskret, kompetent und zuverlässig. Und jeder Betrieb, der eine Kooperation mit foodsharing eingeht erhält einen grünen Anstrich.

Sicherlich wird auch nicht die Milch aus der Überproduktion in einer Verpackung landen, sondern dafür wird sich in Windeseile ein neuer Markt kreieren, der Profit und Greenwasching verbindet. Nico Paech würde das als Verschlimmbesserung bezeichnen.

Den Artikel der Süddeutschen über das sogenannte BIO-PLASTIK findest du hier.

Macht euch das auch so sprachlos wie mich? 25 Cent erhält der Bauer für einen Liter keimfreie sauber abgelieferte Milch. Und da fragen wir uns, warum es nur noch Massentierhaltungen gibt.

Ich glaube unser einziger Weg ist die Reduktion und Verhaltensänderung. Auf welcher Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide siehst du dich?

Denkwerk ZUKUNFT: Vortrag von Gerald Hüther

„wer glücklich ist kauft nicht“

Eine interessante These von Gerald Hüther. Vielleicht kennt ihr den Vortrag bereits? Wenn nicht, dann vielleicht die 22 Minuten für den Mitschnitt investieren? Inspirierend und motivierend. Wir können uns auch im Alter noch verändern und dazulernen. Die Frage ist, wie motiviert, emotional involviert oder wie leidenschaftlich wir für ein Thema brennen. Und das hat dann mit Zufriedenheit und Glück zu tun.

Gerald Hüther hat allerdings in einem anderen Gespräch das Dilemma angesprochen, dass die Begeisterung für seine Ideen bei den meisten Zuhörern nur solange vorhält, wie sein Vortrag dauert. Veränderung kann erst bewirkt werden wenn wir aktiv werden. Und genau dazwischen liegt ein unglaublich weites Feld, das wir alle kennen. Gerald Hüther ist dazu übergegangen mehr Workshops und praktisches Umsetzen zu praktizieren.

Die Frage ist, was kann jeder von uns, ich und du angehen? Um das Dasein mit mehr Sinn, Befriedigung und Freude füllen! Wo beginnen, wie und was sollte es sein? Ökologischer Leben, mehr Gelassenheit an den Tag legen, ein Projekt initiieren, politisch aktiv werden, endlich ausmisten, weniger Zucker, Fett oder Alkohol konsumieren, eine sinnvolle Tätigkeit finden, mehr Bewegen, gesünder leben, Sprachkenntnisse verbessern, einen neuen Job finden, weniger Kopfschmerzen erzeugen, etwas für die Kinder und Enkel hinterlassen, die Welt retten…? Was immer es ist, wie können wir den ersten Schritt setzen? Reicht ein Vortrag oder muss der Leidensdruck größer sein. Warten bis wir krank sind oder das Konto leer, Tiere ausgestorben, die Kinder ausgezogen….?

„Warum wir nicht tun, was wir für richtig halten- über die Macht tradierten Denkens.“

Vielleicht ist diese Veranstaltung der des Vereins Denkwerk Zukunft am 2. Oktober 2016 in Berlin ein Anstoß zur Aktivität? Oder doch den ersten kleinen Schritt wagen und tatsächlich aktiv werden? Ausbrechen aus den verkrusteten so angenehm langweiligen Strukturen?

Nachhaltigkeit ist keine Modefrage

Ein Feiertag ist genau der rechte Anlass, um sich den Dingen zu widmen, die sonst im Alltag zu kurz kommen. Die Frage ist nur, welches „Ding“ von der weiten Palette seine Berechtigung erhält. Auch wenn Minimalisieren und Achtsamkeit auf der Lebensabschnitt-Agenda steht. Es wollen neben der Arbeit, Haushalt, Familie, Freunde, Gesundheit, Sport, Weiterbildung viele Interessen und Verpflichtungen gesehen werden.

Ich habe zwei Dinge gleichzeitig gemacht. Auch wenn Niko Paech kein Freund von Multitasking ist, habe ich den Abend mit ihm und meinen Sportschuhen verbracht.

Dieses Interview ist sehr lebendig und gibt einen guten Einblick in die Welt, in der ich gerne leben würde.

Nebenbei stand das Reparieren meiner Lauf- und Sportschuhe auf dem Plan. Wenn ihr auch viel in Bewegung seid und Sport zu eurem täglichen Leben gehört, dann sind euch die Verschleißerscheinungen an den Schuhen vielleicht auch bekannt. Meine Schuhe sahen so aus:

Löcher, die ich von Innen nach Außen gebohrt habe oder solche die von Außen entstanden sind. Damit die Schuhe länger halten und weiterhin ordentlich aussehen, muss das Loch rechtzeitig gestopft werden. Minimal invasiv quasi :) Sicherlich ist der Faden in der richtigen Farbe zu wählen und am Besten im Muster der Schuhe arbeiten. Ich habe hier nicht so viel Mühe auf die Optik gelegt, sondern das eher funktional gesehen.

Nun sehen sie wieder ordentlich aus, so das ich sicherlich noch lange weiterlaufen kann, ohne an eine Neuanschaffung zu denken. Die Sohle wird leider den Neukauf bestimmen.

Während ich Teil 2 anhörte, habe ich die Kleidung von Freunden repariert. Somit habe ich mich ganz in Niko Paechs „schöner neuer Welt“ bewegt:

  1. Güter länger nutzen und damit der Industrie und dem Konsum die kalte Schulter zeigen
  2. Ressourcen sparen
  3. Selbst reparieren
  4. Austausch an Dienstleistungen
  5. Vernetzung mit Geich-denkenden 

Was macht ihr um euch auf eine Postwachstumsökonomie einzustellen und Suffizienz zu leben?

Thematisch passend verlinke ich hier zu Maria  

Do you know: fishingforlitter?

 

Heute wurde ich auf eine Aktion aufmerksam gemacht. Nach dem Motto „Politik der kleinen Schritte„. Kennt ihr das bereits?

Es ist ein wenig schwierig zu sehen, wie viel Fisch weiterhin aus unseren Meeren gefischt wird. Trotz aller Einsicht in das Müllproblem wird die Überfischung nicht thematisiert. Im Film werden vor allem die kleinen Fischerboote gezeigt. Ich frage mich, was ist mit diesen Fischfangriesen?

Dennoch immerhin wird der Müll gesammelt, fachgerecht entsorgt und gelistet. Mir war nicht klar, dass andere Fischer, die nicht an diesem Programm teilnehmen den Müll aus den Netzen immer wieder ins Meer werfen. Auch aus dem Grund, dass sie im Hafen dafür sonst zahlen müssten. Schaut euch doch mal den Film an und sagt mir was ihr davon haltet.

Und das wird im Meer gefunden: 88% Plastiktüten, 38 % Plastikflaschen etc. – Ich verstehe zwar nicht, wie das alles zusammen am Ende 100% ergeben soll. Doch die Gewichtung scheint trotzdem klar.