Erntefreuden in der Stadt

Nachdem wir im Sommer Johannisbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren geerntet haben, gibt es nun Äpfel und Haselnüsse. Ein Traum! Alles regional, frisch, kostenfrei geerntet. 

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Dann werden noch die Kastanien gesammelt (und zu Waschpulver verarbeitet) und schon ist der Sommer wieder vorbei. Gut, dass wir schon Einiges einkochen konnten. :)

Ich frage mich immer wie andere Menschen das machen?

Ich komme nie mit meiner Zeit meinen Interessen hinterher. Das Wort Langeweile könnte ich direkt aus meinem Vokabular streichen. Vielleicht an einen Nachbarn verschenken. Dafür erhalte ich Zeit im Austausch. Das wäre mal toll. Ich frage mich wirklich ernsthaft, wie macht ihr das? Neben meinem Job bin ich bei diversen Projekten ehrenamtlich engagiert. So war ich zum Beispiel letztes Wochenende in Hamburg und habe dort für die Stiftung (SBB) Stipendiaten-Gespräche geführt. Mit dem Nachtzug zurück (darüber wollte ich gesondert schreiben) um eine Prüfung im WT (Selbstverteidigung) abzulegen. Anschließend das Übliche, was an einem Wochenende immer so passiert: Waschen, Aufräumen, Büro… als Highlight: Sport, ernten und Steuer. Dieses Wochenende waren wir als Standbetreuung für das KK tätig, Kuchen backen, freiwillige Reparaturarbeiten für den WT-Verein, Steuererklärung, Bürokram, ernten, Weiterbildung, Sport… Migräne gab es als i-Tüpfelchen noch gratis dazu. Und schwups ist schon wieder Montag und ich kann in der freien Abendstunde nach Arbeit, Fahrtweg und WT nur noch durch die Waschanlage ins Bett fallen. Morgen presse ich noch eine Abholung bei Foodsharing dazwischen. Denn ich möchte endlich nach fast einem Jahr meinen Ausweis erhalten.

Ich lese immer wieder über Entschleunigung und Achtsamkeit und frage mich, wie soll das gehen? Ich hätte gerne noch 5 andere Sachen am Wochenende verfolgt, mich intensiver mit diesem oder jenem auseinander gesetzt und dann auch vielleicht mal nix tun. Also wenn dann noch Zeit ist. Aber Zeit ist irgendwie nie. Also nochmal: Wie macht ihr das? Ich finde es schade, nur einen Teil meiner Interessen verfolgen zu können. Aber woher die Zeit nehmen. Arbeitszeit reduzieren? Das muss man sich auch leisten können/ wollen.

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9 Gedanken zu „Erntefreuden in der Stadt

  1. agnes p.

    Oh, das kenne ich auch, hätte es nicht besser beschreiben können. Ich würde auch gern so vieles machen, gleichzeitig, hätte gern noch ein paar parallele Leben, in denen ich etwas anderes ausprobieren würde.
    Ich hab mir heute gerade vorgenommen, es doch auch nochmal mit Meditation und Achtsamkeit zu versuchen. Noch weniger Zeit für das übrige, aber vielleicht wird mir die Meditation auch helfen, mit diesem ich will alles machen, so gut wie möglich und das sofort, umzugehen.
    Schöne Grüße
    Agnes

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    Antwort
    1. Esther Autor

      Hallo Agnes,
      das ist doch schön. Meditation versuche ich auch in meinem Alltag zu integrieren. Vor allem am Abend. Das bringt mich zur Ruhe, wenn der Kopf nicht abschalten mag. Es gibt sehr gute Techniken, wie der Focus immer wieder auf das jetzt gelegt werden kann. Leider bin ich weit entfernt von Routine. ;) Mir hilft zudem Sport auch zum Ausgleich.
      Einen schönen Tag! Esther

      Gefällt 1 Person

      Antwort
  2. Namika

    Wichtig ist es glaube ich vor allem, alle Interessen einmal zu hinterfragen (mache ich sie wirklich, weil sie mir gut tun, oder nur, weil es von außen z.B. gut aussieht (habe ich schon oft von Yoga und so gelesen in anderen Blogs)) und sich dann aktiv Zeit dafür zu schaffen. Und wenn es wegen der Arbeit nur am Wochenende geht, dann verteilt auf den Monat an verschiedenen Wochenenden – aber eben wirklich auch mit Zeitangabe (gerade ganz wichtig bei Haushalt und bürokratischem Kram), damit man es schafft. Bei dir klingt es doch alles sehr nach Stress und Hektik (gerade die Migräne erweckt diesen Eindruck bei mir), dabei soll das Wochenende doch gerade das Gegenteil sein. Aber wichtig ist, denke ich, immer in sich hineinzulauschen und zu reflektieren „was tut mir (z.B. dieses Wochenende) besonders gut?“ und „was muss dringend getan werden?“ und dann einen Weg zu finden, mit dem man sich wohlfühlt. Aber so wirklich hilfreich ist mein Kommentar da sicher auch nicht.
    Also ich persönlich mache jede Woche einen genauen Plan, wann ich was tue und lasse mir Lücken für Hobbies zwischendurch (meistens am Abend oder Wochenende), denn ohne Struktur, würde ich wohl im Chaos versinken und nichts mehr auf die Reihe bekommen – aber jeder Mensch ist auch komplett anders und manche würde das wieder total hemmen irgendwas zu schaffen. Ich weiß es nicht. :D Ich höre mal lieber auf zu schreiben, sollte gar nicht so viel werden! :) Liebe Grüße!

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    Antwort
    1. Esther Autor

      Hallo Namika,
      da hast du sicherlich einen wunden Punkt getroffen. Migräne ist natürlich ein Anzeichen für Überbelastung, das kenne ich von mir. Es ist schön, dass du deinen Weg gefunden hast und auf dich achten kannst. Die Frage „was tut mir gut?“ habe ich sicherlich sehr sehr selten gestellt. Mit einer sehr protestantischen Arbeitsethik und in einem selbstständigen Betrieb aufgewachsen, kommen eigene Bedürfnisse weit hinter allen anderen Belangen. ;)
      Allerdings interessiere ich mich eben auch für sehr verschiedene Themen und möchte gleichzeitig immer das Beste geben. Und dann ist da noch das ehrenamtliche Engagement, was natürlich emotional viel bringt, doch einfach auch viel Zeit kostet. Ich denke jeder muss hier seinen Mittelweg finden und immer wieder Prioritäten setzen. Hinterfragen ist dazu sicherlich sehr hilfreich.
      Einen schönen sonnigen Tag,
      Esther

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      Antwort
      1. Namika

        Liebe Esther,
        ich kenne das von mir ähnlich. Oft werden Anforderungen und Vorstellungen von außen an uns herangetragen, die wir schon als Kinder übernehmen und so kommen sie uns später völlig normal vor. Ehrenamtliches Engagement ist auch für mich immer eine wichtige Sache gewesen und auch jetzt bin ich in der Flüchtlingshilfe aktiv, aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt – es ist immer ein Abwägen, ob Kraft und Zeit genügen. Jeder Mensch lebt nicht nur für sich allein, doch braucht er manchmal eben auch eigene Zeit – das kann eigentlich jeder verstehen. Alles aber auch ein langer Lernprozess. Früher konnte ich nie nein sagen zu Familie und Freunden wie auch Arbeiten und sonstigen Dingen. Mühsam ist der Weg und oft sehr steinig – aber nach und nach räumt man auf und der Weg lichtet sich und das ist ein schönes Gefühl.
        Ich wünsch dir gutes Gelingen auf deinem Weg, auf dass es irgendwann nicht mehr in Migräne und Stress endet. :)
        Ebenfalls einen wunderschönen Tag,
        Namika

        Gefällt 2 Personen

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