Update: die leere weiße Wand

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Ich hatte bereits unsere Bemühungen um weniger Besitz und mehr Freiheit hier und hier angedeutet. Heute hat das Küchenregal endlich ein neues Zuhause gefunden. Herrlich, und 20 Euro habe ich auch noch verdient. Dafür strahlt uns nun eine leere Wand an. Die neuen Besitzer möchten das Regal nutzen, um im Kinderzimmer mehr Ordnung zu schaffen. Eine Win-Win Situation würde ich sagen. Meine Freundin Franzi wird mich sicherlich darauf hinweisen, dass es schon langsam ungemütlich leer wird. Sorry Franzi, da musst du durch! ;)

In unserem Wohnviertel war heute Flohmarkt. Verrückt, was die Leute alles vor die Tür stellen können. Ganze Tische mit Porzellan, Gläsern, Klamotten, Büchern, Spielzeug und Tand reiht sich teilweise meterweit aneinander. Alleine beim Anblick bekomme ich mittlerweile Beklemmungen. Irgendwie tun mir die Menschen auch leid. So viel Zeug muss gekauft, sortiert, gepflegt, gelesen, getragen, gewaschen, gelagert, entsorgt… werden. Interessant wie sich der Blick auf die Dinge ändern kann. Die Zeiten in denen ich gerne eingekauft habe sind weiterhin in meinem Gedächtnis.

Die freie Wand ist nicht nur wesentlich entspannender, sondern sie bietet nun so viel mehr Möglichkeiten zum Beispiel für Yoga-Übungen und Handstand. Wir vergessen zu oft die wichtigsten Sachen im Leben. Für mich ist das neben der Zeit, die Gesundheit und erst dann kommt alles andere. Ohne Zeit und Gesundheit können wir keinem Menschen etwas geben, uns weder um die Menschen, uns selbst oder Vorhaben kümmern, die uns wichtig sind. Was ist das Wichtigste für euch?

Wenn ich in der Arbeitsmühle drin hänge und das Rad sich immer schneller dreht und ich doch nicht hinter her komme, dann vergesse ich doch zu leicht, wie schnell sich alles – und damit meine ich wirklich alles – um uns und in uns ändern kann. Erinnert euch an die letzten Zahnschmerzen, die Magenkrämpfe oder die letzte Erkältung, wie froh ist man, wenn das wieder hinter einem liegt und nicht jede Sekunde bestimmt. Ich habe selbst Menschen in meinem engen Familien- und Freundeskreis, die für jeden schmerzfreien Tag dankbar sind.

Warum frage ich mich, schaffen wir es zum Beispiel nicht unsere Rückenübungen regelmäßig zu machen? Etwas nicht zu essen/trinken, von dem wir wissen es ist nicht gut für uns? Sind wir einfach schwach oder vergessen wir so schnell?

OK, ich bin von meinem eigentlichen Thema ganz schön weit entfernt. Da fängt man einen Beitrag mit einem spezifischen Thema an und endet im Themenwald. ;)

So, noch ein Wort zum Samstag:

Wie wäre es, wenn wir jeden Morgen mit Dankbarkeit und Freude beginnen? Das wäre ein erster Schritt. Auch für mich.

Weniger konsumieren, besitzen und dafür mehr leben, fühlen und sein! In diesem Sinne, uns allen ein sonniges entspanntes Wochenende, an dem wir lernen mehr Zweck sein zu können.

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4 Gedanken zu „Update: die leere weiße Wand

  1. Rosalie

    Das wird aber schon langsam ungemütlich leer bei Euch ;)
    So eine weiße Wand bietet viel Raum für Fantasie. Oder für Fotos von schönen Momenten. Jedenfalls bei mir. Denn auch die machen glücklich jedes Mal wenn ich sie sehe. Und sie nehmen keinen Platz weg. Dafür habe ich mich gerade von sämtlichem „historischen“ Klimbim aus Kindertagen getrennt und die wirklich unentbehrlichen Erinnerungsstücke passen nun alle in einen Schuhkarton.

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  2. Tabea

    Meinen Konsum herunter zu schrauben, versuche ich aktuell auch. Daher habe ich beschlossen, höchstens noch Second-Hand-Kleidung zu kaufen…
    Außerdem sortiere ich gerade nach und nach meinen Besitz durch, denn beim Ende des Jahres anstehenden Umzug möchte ich kein unnötiges Zeug mitnehmen. Es ist aber auch jetzt schon ein befreiendes Gefühl, wenn Papierberge in die Mülltonne wandern und von den 15 Schlüsselanhängern die hässlichen an jemanden, dem sie gefallen, verschenkt werden :)
    Ich kann mir gut vorstellen, wie glücklich dich deine weiße Wand macht!
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    Antwort
    1. Esther Autor

      hallo Tabea, das freut mich für dich. Vielleicht müssen wir auch erst mal so viel haben, um uns dann davon trennen zu können. :) Ich war heute bei einem Freund und habe Stunden mit Ausräumen verbracht. Nicht jeder kann dem Weniger mehr abgewinnen. :) Einen schönen Abend! :)

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