Das Ende der Fastenzeit: Ein Selbstversuch

Angeregt von Marias Beitrag über Aktionen zur Fastenzeit habe ich mich für den Verzicht auf Süßigkeiten entschieden.

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Süß so weit das Auge reicht (Esther 2015)

Der Witz an der Sache, ich mag solche Aktionen im Grunde nicht, da ich glaube, es bewirkt keine große Veränderung, wie etwa die meisten Diäten, die am Ende wieder im Jo-Jo Effekt enden. (Dazu habe ich hier geschrieben.) Nachdem ich allerdings über Marias Worte nachdachte, wollte ich den Selbstversuch starten und der Idee eine Chance geben. Vielleicht sensibilisiert ein Verzicht für 40 Tage doch. Dabei sind Verhaltensmuster wie zum Beispiel eine Änderung der Ernährungsweise ein sehr langer und manchmal lebenslanger Prozess. Hier wird von drei Jahren gesprochen!

Ich wollte auf Süßigkeiten und Gebäck verzichten, da mir das mit Abstand am schwierigsten fällt. Mit schwierig meine ich wirklich schwierig bis unmöglich. Die erste Woche war dementsprechend anstrengend, denn in der Arbeit und Zuhause bin ich direkt damit konfrontiert. Mit der Zeit ging es immer besser. Ich kann sagen, dass ich einen gewissen Stolz und auch Genugtuung empfand, dass ich Gewohnheiten neu hinterfragt habe. Mir ist zudem aufgefallen wie allgegenwärtig und verfügbar Süßigkeiten in unserem Kulturkreis sind. Interessant war auch die Tatsache wie unbewusst ich zum Beispiel in beruflichen Stresssituationen etwas in den Mund stecke, was eigentlich nur eine Übersprungshandlung oder ein Katalysator darstellt. Natürlich wusste ich das vorher bereits. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich auf etwas willentlich verzichte, dennoch war es eine gute und neue Erfahrung. Am Ende der Fastenzeit konnte ich es allerdings kaum erwarten die erste vegane Praline in den Mund zu stecken. Das interessante daran war, es war durchaus lecker, allerdings nicht so schmackhaft und berauschend, wie ich mir das zuvor ausgemalt hatte und wie es in meinem Gedächtnis abgespeichert ist.

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Süß ist nicht gleich Süß (veganer Sommer-Blechkuchen)

Zudem muss ich feststellen, dass es mir ohne Süß besser geht. Dementsprechend werde ich zukünftig noch genauer darauf achten, was ich esse und wie viel davon Süßigkeiten sein müssen.

Mein Fazit fällt somit durchaus positiver aus – als ich das vorher dachte. Es ist nicht so, dass ich in 40 Tagen ein anderer Mensch geworden bin und Gewohnheiten, die ja auch teilweise von Vorteil sind, einfach ablegen kann. Dennoch sensibilisiert das willentliche Verzichten, es ist nicht mehr selbstverständlich verfügbar. Dadurch steigt der Wert enorm an. Vergleichbar vielleicht mit Gesundheit, Jugend oder Beziehungen. Wenn etwas nicht mehr selbstverständlich vorhanden oder verfügbar ist, fällt es mehr ins Gewicht als vorher. Ich habe wieder ein wenig mehr Achtsamkeit im Umgang mit mir, meinen Gewohnheiten und meiner Umwelt gelernt. Das gefällt mir und ich kann mir vorstellen meine Fastenzeiten über das Jahr verteilt mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu erweitern.

In diesem Sinne, danke Maria für die Anregungen und euch ein schönes Osterfest! Vielleicht habt ihr auch auf etwas verzichtet? Wie erging es euch damit?

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Ein Gedanke zu „Das Ende der Fastenzeit: Ein Selbstversuch

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Esther!

    Ich freue mich gerade total, dass Du so positiv über Deinen Zuckerverzicht berichtest. Interessant finde ich die Rückmeldung, dass es auch Dir viel besser ohne Zucker geht. Das höre ich immer wieder von den Menschen, die das ausprobieren.

    Das mit dem ersten süßen Bissen danach, dass der nicht einmal ansatzweise so gut ist, wie im Hirn abgespeichert, kenne ich auch. Komischerweise verändert sich das sehr schnell wieder, wenn man erst einmal wieder damit angefangen hat.

    Hab noch ein paar schöne freie Tage!

    lg
    Maria

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