CO2 Fußabdruck – Verhaltensvorschläge

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Arbeitsfoto 2014 © Ron

Heute las ich einen interessanten Post von Dr. Ruth Steinke auf greenofficeunikn. Es geht um den CO2 Fußabdruck der Studierenden. Dieser, das ist die positive Nachricht, liegt mit 10,35 Tonnen CO2 Äquivalent pro Jahrleicht leicht unter dem Durchschnitt. Allerdings würde es mich schon sehr verwundern und beunruhigen, wenn sich die Studierenden des HTWG nicht für Nachhaltigkeit interessieren. Da „normale“ Studenten mit kleinem Budget auskommen müssen, leben sie im Verhältnis zu anderen Arbeitnehmern auf kleinem Fuß, was vielleicht der eigentliche Grund des Ergebnisses ist.

Ihr könnt den CO2- Rechner des Umweltbundesamtes (UBA) testen! Es ist auch möglich ein Konto anzulegen und euren Verbrauch damit zu verfolgen. Mein geschätzter CO2 Ausstoß lag 2015 bei ca. 5,15 Tonnen. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 10,64 Tonnen. 2,5 Tonnen wäre laut UBA eine verträgliche Quote. 2,7 Tonnen würden mir laut Niko Paech pro Jahr zustehen, wenn wir davon ausgehen, dass jedem Menschen die gleichen Rechte zustehen. Somit bin ich geradewegs an der Zielgeraden vorbei geschossen. Es kommt also immer darauf an, mit welcher Messlatte hier hantiert wird. In diesem Jahr wird mein CO2 Verbrauch hoffentlich weniger, denn ich habe an einigen Stellschrauben gedreht. Leider versauen mir die beruflich bedingten Reisen die Bilanz.

Wenn ich mir die nachfolgenden Verhaltensvorschläge von Michael Bilharz für Überzeugungstäter/innen ansehe, dann kann ich Folgendes feststellen:

– Halbierung der eigenen Wohnfläche (weniger Platz zum Heizen und Konsumieren)
– Fahren mit Fahrrad, Bus oder Bahn statt Auto oder Flugzeug
– Verzicht auf Fleischkonsum
– Bezug von Öko-Strom
– Halbierung der eigenen Arbeitszeit – weniger Einkommen, weniger Konsum, mehr Zeit zum leben
– politisch sein, das heisst sich einsetzen für ökologischere Gesetze und Rahmenbedingungen, damit alle Menschen dazu gebracht werden, nachhaltig zu konsumieren (z.B. Umweltverbände unterstützen).

  1. Wohnfläche halbieren, hm. Mit dem letzten Umzug haben wir uns etwas vergrößert, allerdings besitzen wir nicht so viel Platz, dass eine weitere bekannte Person ohne Berührungsängste in unserem Zuhause übernachten könnte. Also passt die Größe?! Da wir unter dem Dach wohnen, müssen wir nicht so viel heizen, auch im Winter ist es recht warm, im Sommer eher unerträglich heiß. Wir kommen selten in Versuchung die Wohnfläche mit Konsumgütern zu dekorieren, danke Minimalismus! OK!⇑
  2. Mein Arbeitsweg beträgt zwei Stunden, 180km in der Woche. Das heißt, wenn es nicht gerade schneit und alle den Schnee auf dem Radweg lagern, fahre ich mit dem Rad. Sonst nehme ich Bus und Bahn, da wir kein Fahrzeug besitzen. Urlaube verbringe ich liebend gerne zuhause oder mit „Slow Travel“ – so weit möglich. OK!⇑
  3. Verzicht auf Fleisch, das ist einfach. Läuft. OK!⇑
  4. Öko-Strom, ja das passt auch. OK!⇑
  5. Die Arbeitszeit habe ich noch nicht halbiert, auch wenn ich davon träume. Dennoch muss ich zugeben, dass damit durchaus einige Ängste verbunden sind, die „weniger Geld“ allgemein impliziert. !⇓
  6. Ich unterstütze mehrere Verbände finanziell, engagiere mich ehrenamtlich bei foodsharing, Refugio und sbb, dennoch würde ich gerne aktiver werden. Dafür müsste ich allerdings bei Punkt 5 etwas verändern, da der Tag einfach nicht mehr Stunden bekommt, egal wie sehr ich mir das oft wünsche. naja!⇒

Fazit

„Unter dem Durchschnitt“ ist nicht mit GUT gleichzusetzen. Wir leben alle weiterhin über unsere Verhältnisse, auch wenn wir denken, bereits wenig zu verbrauchen. Natürlich war ich selbst überrascht, welch hohe Zahl der UBA-Rechner am Ende ausspuckt.

Die vergangenen Jahrzehnte haben unser Konsumverhalten und unsere Reiselust nur gestärkt, gefördert und vergrößert. Ein Umdenken muss wirklich eine andere Radikalität erhalten, wenn wir wie Niko Paech das propagiert, ein Ziel von 2,7 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr erreichen möchten. Bei allen Ausreden und Bedenken, sollten wir den richtigen Moment nicht verpassen. Dieser Moment liegt nicht in der Zukunft. Dieser Moment beginnt genau jetzt – auch für mich.

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14 Gedanken zu „CO2 Fußabdruck – Verhaltensvorschläge

  1. sanftmut

    Ein schöner Beitrag! Ich werde meinen Fußabdruck auch gleich mal berechnen :)
    Die Arbeitszeit halbieren finde ich nicht ganz so logisch, das hilft auch nicht bei jedem. Wer mehr Geld hat, kann auch mehr Geld spenden oder nachhaltiger konsumieren. Ich kann mir Biogemüse zum Beispiel nicht immer leisten. Würde ich mehr arbeiten bzw. mehr Geld verdienen, könnte ich das. Wenig Geld heißt ja nicht immer gleich ökologisch. Manchmal ist die ökologische Alternative teurer als die konventionelle.

    Gefällt 1 Person

    Antwort
  2. widerstandistzweckmaessig

    Hallo!

    Die Sache mit dem ökologischen Fußabdruck beschäftigt mich auch schon eine zeitlang, man kann wirklich viel dafür tun!

    Vielen Dank fürs Verlinken zu meinem Beitrag über „slow travel“! Leider ist der Link nicht ganz korrekt, ich poste hier mal den richten

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2016/01/20/gelesen-im-dezember-buchtipp-16/

    Du hast den vom Feedreader erwischt.

    lg
    Maria

    Gefällt mir

    Antwort
  3. Mark-A.

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag, Esther!
    Neuerdings habe ich einen Beitrag in einem Forum gelesen, in welchem ein User die Vermeidung von Plastikmüll als Tropfen im Ozean bezeichnet hat. Seiner Ansicht nach wären Unternehmen viel eher anzukreiden. Betriebe verursachen eben zum Beispiel auch Müll und nehmen viele Ressourcen in Anspruch. Und wie du ja sagst: das Pendeln verursacht CO2-Ausstoß, ebenso das Reisen für den Betrieb.
    Jedoch können die Personen in Privathaushalten und in Betrieben wohl zum großen Teil in Deckung gebracht werden. Die- oder derjenige mit Bewusstsein für die Probleme der Umwelt etc. nimmt dieses Bewusstsein nämlich auch in den Betrieb mit, will sagen, so einfach ist das eine von dem anderen nicht zu entkoppeln. Interessant wäre deswegen durchaus auch, „privat“ und „beruflich“ zu differenzieren.
    Und den Kommentar des Users betreffend: sind es viele, die ein Umweltbewusstsein mit sich bringen und versuchen, konsequent ökologisch zu handeln, werden sie ihren Einfluss sicherlich in den jeweiligen Betrieben ausüben, um auch dort den Fußabdruck zu verringern. Der Ozean besteht aus vielen Tropfen. In dem Sinne: kein Aufwand ist umsonst.
    Besten Gruß, Mark

    Gefällt 2 Personen

    Antwort

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