HOFFNUNGSTRÄGER 2 – Zero Waste Beispiele

Kategorie: Müll

Im letzten Hoffnungsträger-Post stand Justin und sein Fastfood Restaurant in Chicago im Vordergrund. Heute möchte ich euch zwei Großprojekte vorstellen, die mich besonders beschäftigt haben.

Nr. 1 Kamikatsu, Japan

Ein Ort der sich einem großen Projekt verschrieben hat: Zero Waste Town!

Die ca. 2.000 Bewohner trennen ihren Müll in 34 verschiedene Kategorien. Wenn wir bedenken, dass viele bei uns schon Schwierigkeiten haben, den Papiermüll nicht in den Restmüll zu werfen, dann ist das der Olymp des Trennens. Die Bürger müssen Zuhause kompostieren, dadurch reduziert sich laut der Gemeinde auch der Anteil an verschwendetem Essen. Es gibt keine Müllabfuhr, die Einwohner bringen ihren Müll selbst zum Recyclinghof. Die Materialien werden von den Bürgern nicht nur sortiert, sondern auch gewaschen, denn das ist günstiger und umweltfreundlicher als eine Anlage zu betreiben. Japan hat, wie viele andere Länder, extreme Müllprobleme, das führt zu einem rigorosen Umbau des Abfallsystems.

Hier der Beitrag dazu:

Nr. 2 San Francisco, USA

San Francisco versucht die erste Stadt der Welt zu sein, die 100% recycelt!

Die viert größte Stadt Kaliforniens mit ca. 850.000 Einwohnern, fordert ihre Bürger und Gewerbetreibenden seit 2009 zu mehr Mülltrennung auf. Das System funktioniert ähnlich wie in Deutschland, je größer die Tonne und je häufiger die Tonne geleert wird, desto teurer wird es. Der Unterschied zu Deutschland: In San Francisco wird alles elektronisch im Müllwagen erfasst, das läuft über einen Chip in jedem Container. Die Müllmänner haben das Recht Abmahnungen oder Geldbußen auszusprechen, wenn nicht nichtig getrennt wird. Mülltüten wurden in der Stadt kurzerhand verboten. Laut der Stadtverwaltung liegt die Recycling-Quote bei 80% im Gegensatz zum Durchschnitt der amerikanischen Städte von 35%. 

Es existieren einige Filme und Beiträge über den Ansatz von San Francisco, hier ein kurzer Beitrag:

Natürlich kann sich nun jeder fragen: „Was bringt das überhaupt? Wäre es nicht besser, erst gar keinen Müll zu erzeugen?“ Ja, sicherlich! Deswegen finde ich den Begriff „Zero Waste“ manchmal ein wenig irreführend. Dennoch ist jeder Schritt wichtig! Es zeigt, dass es auch anders geht. Es sensibilisiert die Bevölkerung für die Folgen ihres Verhaltens. Bei allen Veränderungen wird Kritik und Unverständnis nicht ausbleiben, das erleben wir im Kleinen und im Großen. Das schmälert aber in keiner Weise die Leistungen, die einige bereits vollbringen. Jede Person und jede Entscheidung zählt!


Jede Medaille hat zwei Seiten, daher ein keiner Nachtrag:

In San Francisco gibt es Kritiker, wie Quentin Kopp, die Major Lee vorwerfen, dass die 80% Recycling-Rate vielleicht nicht der Wahrheit entspricht. Zusätzlich existiert ein florierender Schwarzhandel und Müll-Diebstahl in unbekannter Höhe. Ein weiterer Aspekt, der ökologische Fragen aufwirft: Die Materialien werden zu einem großen Anteil nach Asien geschifft, um dort in bunte neue Sachen für den Weltmarkt verwandelt zu werden. Ebenso werden viele Kritiker ihre persönliche Freiheit in Gefahr sehen. Wie rigoros darf / muss eine Stadtverwaltung oder die Regierung sein? Zum Beispiel sind 40% der Einwohner von Kamikatsu nicht glücklich mit dem Recycling-Aufwand.

Würden wir das Müll-Trennen so konsequent in Deutschland durchsetzen, dann würde es sicher noch mehr Menschen geben, die ihren Müll einfach in die Natur werfen. Zumal wir bei uns ganz andere Herausforderung erschaffen haben: In Deutschland werden Unmengen an Müll aus der ganzen Welt importiert, damit die Müllverbrennungsanlagen ausgenutzt sind. Rohstoffe, die für immer verloren sind.

Das alles bedeutet für mich: Weniger Konsum, weniger Müll produzieren, einfacher leben, loslösen von Kreisläufen – so gut es geht!

Und was denkt ihr nun über Auflagen, Kontrollen und Strafen für Müllsünder?

Die Alternative: Erst gar nicht so viel Müll produzieren! Dazu stelle ich euch bald ein paar interessante Ideen vor.

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