Archiv für den Monat Januar 2016

Kartoffelkombinat – solidarische Landwirtschaft in der Großstadt!

Juchu!

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Unsere Lieferung in der ersten Kiste

Endlich ist es Wirklichkeit. Wir sind Teil des Kartoffelkombinats. Na ja gut, wir sind in der Testphase. Noch genauer: In dieser Woche haben wir unsere dritte Kiste bekommen. Ist das aufregend!

Wir konnten gleichzeitig Kontakt mit anderen Mitgliedern knüpfen, denn die Kisten werden nicht zur Haustür gebracht, sondern an verschiedenen Verteilpunkten abgeliefert. Das ist logistisch und ökologisch besser. Vor allem, wenn die Mitglieder so wie wir, mit dem Rad die Sachen abholen.

Unsere Stadtion ist ein Gartenhäuschen. ;) Es fühlt sich an wie früher auf dem Land. Die Gartentür ist immer offen und das Gartenhaus ist nur mit einer Blume als Verriegelung versperrt. Dort wartet wöchentlich eine volle Kiste mit tollen wirklich regionalen Sachen auf uns. Willkommen im Himmel!

Was ist das Kartoffelkombinat:

Was ist sonst so in unserer Kiste:

Äpfel, Weißkraut, Karotten, Sauerkraut, Gelbe Beete, Schwarzer Rettich, Zuckerhut, Hokkaido

oder

Äpfel, Butternut-Kürbis, Sellerie, Zwiebeln, Pastinaken, Feldsalat, Zuckerhut

Wir kaufen noch ein Brot dazu, dass sehr lecker schmeckt und auch um die Ecke produziert wird. Der Inhalt der Kiste ist jedes Mal anders und abhängig von der Ernte. Den einzigen Abstrich machen wir bislang bei der Plastiktüte, in der ab und an der Salat eingepackt wird. Da wir problemlos vollkommen plastikfrei einkaufen, ist das natürlich ein unschöner Rückschlag. Das Kombinat arbeitet an Alternativen. Wir werden uns hier einbringen und hoffentlich in Bälde eine Lösung finden. Ich habe auch schon überlegt, ob wir das Team vor die Alternative stellen können/wollen – entweder plastikfrei oder wir verzichten auf Solawi. Das arbeitet noch in mir.

Warum solidarische Landwirtschaft?

In der solidarischen Landwirtschaft tragen mehrere Privat-Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger*innen als auch die Konsument*innen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft. Quelle

Hier gibt es die Höfeliste, falls ihr auch Lust auf mehr Regionalität und Nähe zum Produzenten haben möchtet. Solawis sind aber so viel mehr! Seid ihr auch schon Teil einer Gemeinschaft?

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Panoptikum II oder wo ist eure Kinderstube geblieben?

Wie würdet ihr reagieren?

Ihr sitzt am Freitagabend in einem Meeting mit zwei Studentinnen, die eure Expertise wünschen. Es ist ein Pro bono Geschäft, das bedeutet, es kostet euch vorwiegend Arbeit und bring sonst nur Lebenserfahrung und Imagegewinn. Eine Studentin ist sehr interessiert, die andere von Beginn an nebenbei am WhatsApp tippen. Dein Chef und die andere Studentin nehmen es gelassen und ignorieren die tippende Tante. – OK, in einem überfüllten Hörsaal mit 150 Studierenden die desinteressierten, auf Facebook wischenden Ignoranten auszublenden ist eine Sache, aber an einem Tisch mit vier Personen – für mich unmöglich. Ich fühle mich verarscht, ignoriert, mir wird meine Zeit gestohlen und zudem scheint meine Expertise dann doch nicht so wichtig zu sein. Warum sind ganz einfache Verhaltensregeln so schwierig geworden? Lernt das keiner mehr? Was ist mit der guten alten Kinderstube? Kinderstube kann sich auch keine mit einem Studium erwerben – so scheint es mir zumindest.

Da ich ein neues Projekt für mich gestartet habe, ein willkommener Anlass die Situation direkt zu thematisieren.

Würdet ihr die Lady ignorieren und ganz professionell die Unterhaltung beenden und euch später aufregen? Regt euch das vielleicht nicht auf, weil ihr das sehr gut verstehen könnt? Was wäre die richtige Reaktion?

Panoptikum 2.0

Eine Szene aus dem alltäglichen Nebeneinander

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Freilichtbüro

Ich sitze in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Acht Stunden am PC plus eine Stunde Pause vor dem PC liegen bereits hinter mir. Die S-Bahn ist wie immer voll, alle Plätze sind belegt. Passagiere, die einen Platz ergattert haben freuen sich innerlich. Es muss innerlich sein, denn äußerlich kann ich keine Regung erkennen. Alle, bis auf ein schreiender Säugling im Kinderwagen und ein 84-jähriger Mann, der seine gesamte Kraft benötigt, um sich auf dem Sitzplatz zu halten, blicken wie erstarrt nach vorne. Frauen, Männer, Studenten, Kinder, Mütter, Paare, Anzugträger, Arbeiter, alle halten sich das Telefon vor die Nase. Die einen tippen fleißig, die anderen sporadisch, einige schauen Filme, andere hören Musik, laut genug für zwei. Es fühlt sich an wie in einem schlechten Film, Panoptikum 2.0. Zwischendurch huscht ein unsicherer Blick hier und da in die Umgebung. Es wirkt als würde die Person aus einer Trance erwachen und just in diesem Moment die Umwelt registrieren.

Ich frage mich: Was wird aus uns, die wir mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit täglich an unseren Haltungsschäden feilen? Wie aufnahmefähig sind wir noch für wirkliche direkte Kommunikation, die über zwei – Wort Satzfetzen und Emoticons hinausgeht? Warum müssen wir immer erreichbar sein? Ist das Telefon unser Schutzschild?

Es wird geflissentlich übersehen, dass andere Menschen Hilfe benötigen, einen Koffer kaum schieben können, einen Sitzplatz wirklich brauchen könnten… Haben denn alle ihre Kinderstube zuhause gelassen?

Es ist beängstigend. Wir werden eine ganze Batterie an Ärzten, Chiropraktikern und Therapeuten benötigen, die sich zukünftig um unsere Halswirbelsäule sorgen.

Zudem habe ich das Gefühl, wir können uns nichts mehr merken, auf keinen Termin festlegen, führen inhaltslose Gespräche, drängen fremden Menschen betriebliche Interna und persönliche Details auf…

„Ich kann dich schon sehen, schau mal hinter dich!“

„Ich melde mich gleich noch mal.“

„Ich bin in zwei Minuten bei dir!“

„Schatz, was sollte ich noch mal kaufen?“

Menschen sind im digitalen Stress, wie Mona das hier beschreibt. Oder sie leiden schon an Nomophobie?

Ich arbeite in einem Medienunternehmen – dennoch bin ich nicht immer erreichbar. Warum sollte ich das? Wie wäre es mit Phasen ohne Telefon? Unvorstellbar?

Wir haben unsere Familien WhatsApp Gruppe aufgelöst. Anstatt uns gegenseitig mit Sonnenaufgängen, Kinderschnappschüssen, Essensbildern, Arbeitsfotos und zusammenhanglosen Infos zu bombardieren, telefonieren wir wieder, führen ein Gespräch in ganzen Sätzen, mit Lachen und Emotionen anstatt mit Emoticons. Wir treffen uns, wenn möglich persönlich und füllen diese Treffen mit Bildern, die wir nicht auf dem Telefon zeigen müssen. Ziemlich altbacken und gleichzeitig echt, lebendig, wertvoll.

Wie geht es euch damit? Abendliche Grüße – vor dem Rechner sitzend ;)

DIY – Grow your own salad!

You live in the city? You don’t have a garden? No problem – you can still grow your own salad.

Thanks to Kerstin and  freshrollsandchampaign I’m able to grow my own salad on the window sill.

 

CARRIER OF HOPE 3 – Sharing „food is free laneway“

Category: Sharing

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Guerilla Gardening Vienna © Esther 2015

Especially in the city you sometimes don’t get in touch with your neighbours. Once in a while the couple at the ground floor might have to receive a parcel addressed to you or you have to get in contact with the students from the floor below because you couldn’t sleep all night long. Even in the countryside people often ignore one another, or even fight against each other. The garden fence becomes more of a line of demarcation. Wouldn’t you love to have pleasant contacts with the people around you?

Meet Lou Ridsdale from Ballarat in Australia. Ballarat is situated around 120 k’s from Melbourne.

Lou is organizing the „food is free laneway“ along her garden fence. It is a combination of guerilla gardening, food sharing and neighbourly help.

Attention! People share greens. Plants, seeds, veggies, salads, spices and everything that is growing in the gardens in town. Watch the short clip!

The people behind the camera are also special. They should have their own post. See for yourself click here!

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Guerilla Gardening Berlin © Esther 2015

If you missed the last posts about the Zero Waste approach of a Fastfood restaurant in Chicago click here. Or have a look how towns or even cities deal with recycling at its best. Let me know what inspires you! What is your reason to hope for a better future?

 

HOFFNUNGSTRÄGER 3 – Teilen „food is free laneway“

Kategorie: Teilen

Jpeg

Guerilla Gardening Wien © Esther 2015

Nachdem der letzte Post zum Themenschwerpunkt 2016 schon etwas zurück liegt, hier nun eine Idee, die mich sehr berührt hat. Gerade in der Stadt, wo man maximal mit dem Nachbar Kontakt hat, weil das Paket falsch abgegeben wurde oder weil die Studenten die Nacht zum Tag ernannt haben, wirkt die nachfolgende Initiative einfach erfrischend. Ein Austausch über den eigenen „Zaun“ hinweg, wer würde sich das nicht wünschen? Selbst auf dem Land ist der Gartenzaun oft eine Demarkationslinie. 

Wir befinden uns in Ballarat in Australien. Ballarat liegt 120 km nordwestlich von Melbourne.

Lou Ridsdale hat die „food is free laneway“ ins Leben gerufen. Es ist eine Kombination aus Guerilla Gardening, Foodsharing und Nachbarschaftshilfe.

Achtung! Hier wird Grünzeug geteilt! Pflanzen, Samen, Gemüse, Salate, Kräuter und alles was der Garten in Australien hergibt. Schaut euch das kurze Video an!

Die Macher hinter diesem Video sind selbst einen Post wert. Überzeugt euch selbst. Klick hier!

Jpeg

Guerilla Gardening Berlin © Esther 2015

Dieser Post gehört zum Themenschwerpunkt des Jahres 2016. Es werden positive Beispiele aufgeführt, die unsere Zukunft auf diesem Planeten in einem freundlicheren Licht erscheinen lassen. Siehe dazu auch die vorherigen Posts zum Thema Müllvermeidung und Zero Waste. Lasst mich wissen, welche Projekte euch positiv stimmen und Hoffnung geben!